Reparieren statt wegwerfen!

Christin Willnat

Christin Willnat, Die Linke, fordert:

Faire Reparatur-Preise bei der Umsetzung des Gesetzes zum Recht auf Reparatur!

Wer heute einen Staubsauger, ein Smartphone oder eine Waschmaschine reparieren lassen will, scheitert oft daran, dass der Hersteller keine Ersatzteile liefert oder keine Anleitung herausgibt. Das soll sich ändern. Der Bundestag hat am 20. Mai 2026 einen Gesetzentwurf der Bundesregierung beraten, der Herstellern künftig vorschreibt, Reparaturen zu ermöglichen. Christin Willnat, verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag, begrüßt den Schritt, hält ihn aber für nicht weit genug.                                                                                                                                                                                                               Das neue Gesetz sieht vor, dass, wer sein Gerät reparieren lässt, statt ein neues zu kaufen, ein Jahr länger Garantie bekommt. Hersteller von Haushaltsgeräten und Elektronik müssen ihre Produkte bis zu zehn Jahre nach dem letzten Verkauf noch reparieren können. Außerdem dürfen sie künftig nicht mehr verhindern, dass andere Werkstätten Reparaturen durchführen, etwa durch verklebte Gehäuse, nicht austauschbare Akkus oder fehlende Schaltpläne.

In Ostprignitz-Ruppin zeigt sich jeden Monat, wie dringend diese Regeln gebraucht werden. Im Repair-Café in Wittstock versuchen Ehrenamtliche, Haushaltsgeräte, Elektronik und Werkzeuge zu retten. Immer wieder stoßen sie auf Geräte, die absichtlich so gebaut sind, dass eine Reparatur kaum möglich ist. In Deutschland landen jedes Jahr rund 1,5 Millionen Tonnen Elektroschrott auf dem Müll, ein großer Teil davon noch funktionsfähig. Die Rohstoffe, die zur Herstellung dieser Geräte gebraucht wurden, Metalle und seltene Materialien aus aller Welt, sind damit unwiederbringlich verloren. Willnat erklärt dazu: „Wer im Repair-Café sitzt und ein Gerät vor sich hat, das nicht zu öffnen ist, weil der Hersteller es so gebaut hat, erlebt hautnah, was es bedeutet, wenn Konzerne entscheiden, wann wir etwas wegwerfen müssen. Das muss ein Ende haben.“ Sie ergänzt: „Frankreich zeigt, wie es gehen kann. Dort gibt es einen Reparaturbonus, der die Kosten für Verbraucher*innen senkt und gleichzeitig die Werkstätten vor Ort stärkt. Das neue Gesetz ist ein erster Schritt. Aber nur wenn Reparieren günstiger und einfacher ist als Wegwerfen, ändert sich wirklich etwas.“

Willnat macht deutlich, dass das neue Gesetz nur der Anfang sein kann. Die Konzerne müssen in die Pflicht genommen werden, Verantwortung zu übernehmen und den regionalen Handwerksbetrieben Reparaturen zu erschwinglichen Preisen zu ermöglichen. Die Industrie darf nicht entscheiden, wer reparieren darf und wer nicht. Nur wenn Reparieren einfacher und günstiger wird als der Neukauf, lässt sich der Raubbau an natürlichen Ressourcen stoppen.