Holger Kippenhahn

Haltung zeigen!

Holger Kippenhahn und Kai Pohle

Am 27. Januar 2026 kamen auf Einladung der Stadt Kyritz Bürgerinnen und Bürger aus Kirche, Parteien, Vereinen und Verwaltung am jüdischen Friedhof und anschließend am VdN-Denkmal zusammen, um der Opfer des Holocaust zu gedenken.
Ansprachen hielten unter anderem der Stadtverordnetenvorsitzende Holger Kippenhahn sowie Pfarrer Martin Rohde.

Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz von sowjetischen Soldaten befreit. Was sie dort vorfanden, lässt uns bis heute den Atem stocken vor Abscheu und Entsetzen. Mehr als eine Million Menschen waren allein in Auschwitz systematisch ermordet worden.

Dieses Menschheitsverbrechen konnte nur geschehen, weil die Verfolgung anders Denkender und anders Seiender lange zuvor begann – mit Entscheidungen, die mitten in der Gesellschaft getroffen wurden: in Verwaltungen, in Vereinen, in Nachbarschaften. Gerade deshalb ist Gedenken mehr als ein formeller Akt. Es ist eine Aufforderung, genau hinzusehen – auch auf uns selbst.

Wie reagieren wir, wenn Menschen wieder ausgegrenzt werden? Wenn soziale Unsicherheit genutzt wird, um Hass zu schüren? Wenn demokratische Institutionen verächtlich gemacht werden und der Widerstand dagegen als übertrieben oder störend gilt?

Gedenken heißt deshalb auch: Haltung zeigen. Nicht laut, nicht moralisch überlegen, aber konsequent.

Holger Kippenhahn

 

Gedenken und Mahnen auch in Rheinsberg

Am VVN-Denkmal auf dem städtischen Friedhof in Rheinsberg trafen sich über 30 Bürger:innen zu einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung.  

Durch die Veranstaltung führte Gudrun Kurzke von der Partei Die Linke, die die Teilnehmenden einfühlsam durch das Programm begleitete. Sie betonte die Bedeutung des Erinnerns und des gemeinsamen Gedenkens.

Mehrere Rednerinnen und Redner gestalteten die Veranstaltung mit bewegenden Beiträgen. Günther Steffens sprach für den Ortsverband der CDU, Jane Zahn für die Rheinsberger Friedensrunde und Jörg Möller für den Verein Stadtgeschichte. Weitere Wortbeiträge kamen von Petra Hanf für Bündnis 90/Die Grünen sowie von Manfred Richter, dem langjährigen Bürgermeister der Stadt Rheinsberg und Mitglied der SPD. Alle Rednerinnen und Redner erinnerten an die Opfer des Nationalsozialismus und mahnten zu Verantwortung, Wachsamkeit und Menschlichkeit.

Den Abschluss bildete eine Andacht von Pfarrerin Eisenack von der Evangelischen Kirchengemeinde und eine Schweigeminute. Sie lud die Anwesenden zum Gebet ein und rief zu Besinnung und Mitgefühl auf.

Danach wurden Kränze, Blumen und Kerzen am Denkmal sowie an den umliegenden Gräbern niedergelegt.

Mit den eindringlichen Worten, dass es elf Jahre still wäre, würde man für jedes Opfer des Holocausts eine Schweigeminute abhalten, beendete Gudrun Kurzke die Gedenkveranstaltung. Diese Aussage verdeutlichte noch einmal eindrucksvoll das Ausmaß der nationalsozialistischen Verbrechen und die bleibende Verantwortung, das Erinnern wachzuhalten.

Die Veranstaltung in Rheinsberg war ein wichtiges Zeichen gegen das Vergessen und für ein friedliches, respektvolles Miteinander.

Kai Pohle